Baugenehmigungen: Die Schere zwischen Ein- und Mehrfamilienhäusern geht weiter auf

Die im August 2025 veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zur Entwicklung der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2025 zeigen ein gemischtes Bild.

Zwar wurden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 110.000 Wohnungen genehmigt, das ist ein Anstieg von 2,9 %. Allerdings resultierte der Zuwachs ausschließlich aus der Steigerung bei Einfamilienhäusern, wo die Zahl der Genehmigungen um 14,1 % zulegte.

Bei Mehrfamilienhäusern war hingegen nur ein minimaler Zuwachs von 0,1 % zu verzeichnen, die Genehmigungszahlen von Zweifamilienhäusern brachen um 8,3 % ein.

Dazu kommt, dass aus den Genehmigungen erst in den kommenden Jahren konkreter Wohnraum wird. Die Tagesschau berichtet, dass laut der Forschungsgruppe Euroconstruct im laufenden Jahr rund 205.000 Wohnungen fertiggestellt werden dürften, was einem Minus von 19 % entspricht.

Entsprechend zurückhaltend fallen die Bewertungen der Bau- und Immobilienverbände aus. Von einer Trendwende könne keine Rede sein, weil es bei den dringend benötigten Mehrfamilienhäusern kaum Veränderung gebt, heißt es beim Immobilien-Zentralverband ZIA.

Trotz des guten Willens der Bundesregierung zur Beschleunigung der Bautätigkeit befinde sich der Wohnungsbau im Zangengriff zwischen gestiegenen Zinsen und hohen Baukosten, kommentiert der Hauptverband der Bauindustrie die neuen Zahlen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) kritisiert fehlende finanzielle Impulse der Regierung. Zwar seien Milliardeninvestitionen in Infrastrukturprojekte zweifellos richtig, doch der Wohnungsbau bleibe das Stiefkind der Investitionspolitik, so ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Er schlägt eine Nachjustierung der Förderpolitik vor, beispielsweise durch ein Förderprogramm für Neubauten, die den Effizienzhausstandard 55 erfüllen und mit regenerativer Heizung ausgestattet sind. (Quellen: Bundesamt für Statistik, Tagesschau,  ZIA, Hauptverband der Bauindustrie, ZDB)